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Sport und Diabetes Mellitus

 

Diabetes Mellitus ist eine chronische Funktionsstörung, die durch eine zu geringe Insulinaktivität und Sekretion gekennzeichnet ist.
Dadurch kann der Körper die Blutglukose nicht optimal regulieren. Diabetes Mellitus wird dann diagnostiziert, wenn der Glukosewert im Blut über 7.0mmmol/L im nüchternen Zustand und über 11.1 mmol/L im nicht-nüchternen Zustand liegt.

Insulin: Ist ein Hormon welches von den Pankreaszellen gebildet wird und das Gleichgewicht der Glukose, der Fette und der Eiweiße im Körper reguliert.

Es werden zwei verschiedene Diabetes Typen unterschieden.

Diabetes Mellitus Typ 1 Diabetes Mellitus Typ II
Art der Funktionsstörung Autoimmune Störung Metabolische Störung
Insulin Level Zu geringer Insulinwert Zu hoher Insulinwert
Alter bei Diagnose Hauptsächlich in der Jugend Hauptsächlich ab einem Alter von 40 Jahren
Genetische Komponente stark gering
Anteil der Diabetes-Patienten 5-10 % 90-95%
Insulinabhängigkeit permanent permanent, je nach Bedarf des Patienten
Insulinresistenz gering hoch
Verlauf akut, meist stark meistens nur schwach, aber heimtückisch
Sonstiges meistens normales Körpergewicht oft mit Übergewicht verbunden

 

Aus: Middlebeek, R.J. & Goodyear L. J. (2012, S. 217)

Da die Auftritthäufigkeit von Typ II Diabetes viel höher ist – Sie liegt bei 90 – 95% im Vergleich zu 5- 10% bei Diabetes Typ I, wird im Folgenden nur noch auf Diabetes Typ II eingegangen.

Ursachen für die Entstehung von Typ 2 Diabetes:

1. Umweltbedingte Faktoren: Körperliche Inaktivität, Übergewicht, Ernährung, andere Faktoren

2. Genetische Faktoren: Familienanamnese, ethnischer Hintergrund, verschiedene Genkombinationen

Diese führen zu einer Insulinresistenz, die eine Überdosierung von Glukose und Insulin auswirkt und dabei die Zellfunktionen der Pankreas beeinträchtigt.
Die so entstandene Erkrankung wird Diabetes Mellitus Typ 2 bezeichnet.
Daten aus dem „Center for Disease Control and prevention“. Middlebeek, R.J. & Goodyear L. J. (2012, S. 219)

Therapie bei Diabetes Mellitus Typ 2


Durch ein aerobes Ausdauertraining und ein kraftorientiertes Ausdauertraining können bedeutsame Mechanismen der Insulinresistenz bei Diabetes positiv beeinflusst werden.
Darüber hinaus ist jedoch auch eine Ernährungsumstellung mit Kalorienrestriktion und qualitativer Veränderung des Nährstoffbedarfs ein wichtiger Bestandteil der Therapie.
Durch ein körperliches Training + einer Ernährungsanpassung können v.a. zu Beginn der Diagnosestellung die zusätzliche medikamentöse Behandlung stark reduziert oder auch komplett rückgängig gemacht werden. 
Vor dem Start mit dem körperlichen Training sollten Sie unbedingt folgende Dinge beachten:

  • Gehen Sie vor der Aufnahme einer sportlichen Aktivität zu einem Arzt. Dieser klärt dann mit Ihnen diabetesassoziierte Komplikationen und evtl. Kontraindikationen ab.
  • Wählen Sie eine Sportart aus, die Ihnen vom Alter, von den möglichen Komplikationen und der Güte der Blutzuckereinstellung passt.
  • Vermeiden Sie maximale Belastungen.
  • Statten Sie sich mit einem guten Schuhwerk aus, um unnötige Verletzungen an den Füßen zu vermeiden.

 

Empfehlungen für ein Ausdauertraining

Mindestens 150min/ Woche bei 40-60% der Intensität bzw. 90min/Woche bei >60% der Intensität an mindestens 3 Tagen/Woche mit nicht mehr als 2 konsekutiven Tagen ohne Sport

Bsp.: Walken

Empfehlungen für ein Kraft-Ausdauertraining

Mindestens 3-mal/ Woche unter Einbeziehung aller großer Muskelgruppen und einer Intensität zwischen 70- 80%, Höhere Intensitäten eignen sich nicht für alle

Bsp.: Übungen gegen das Körpergewicht mit elastischen Bändern, anderen Geräten und geringen Gewichten wie bei Theraband

 

Mehr Informationen: König, D. & Berg, A. (2012) Bewegung als Therapie bei Diabetes mellitus Typ 2, Internist, 6, S. 678-687.
Und Middlebeek, R.J. & Goodyear L. J. (2012). Physical Activity, Fitness and Diabetes Mellitus. In: C. Bouchard, S.N., Blair, W.H. Haskele (Hrsg). Physical Activity and Health (2nd Ed ). Human Kinetics , Champaign IL.